Gedanken am Anfang

Die monatliche Andacht von unserem Pastor Volker Schmidt, die traditionell am Anfang unseres Gemeindebriefes steht und den jeweiligen img grey Monatsspruch auslegt.

Gedanken am Anfang

Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist!

Johannes 20, 21-22

bible-2167778_400Der Friedensgruß des Auferstandenen wird zum österlichen Erkennungszeichen. Hinein in eine chaotische Situation, hinein in eine von Trauer und Sorgen zerfetzte Gemeinde, hinein in mit Fragezeichen übersäte Biografien spricht der Auferstandene seinen Friedensgruß! Mir tut diese ganz besondere Christusbegegnung gut. Weil ich weiß, dass all das, was bei mir wund geschlagen und traurig ist, all das, was bei mir mit Bergen von zusammengefegten Fragezeichen und Zweifeln angehäuft ist, weil ich weiß, dass all das, was mein Innerstes bewegt und mich nicht zur Ruhe kommen lassen will, doch IHM bekannt und von IHM gesehen ist: „Mein Friede sei mit dir!“

Jesus Christus spricht: Es ist vollbracht!

Johannes 19,30

bible-2167778_400Nur der Evangelist Johannes berichtet uns diese letzten Worte Jesu am Kreuz. Nur Johannes berichtet uns, wie Jesus kurz zuvor – schon als Gekreuzigter im Todeskampf – Sorge für seine Mutter trug und sie dem Jünger, „den Jesus liebhatte“, als Mutter anbefahl. Kurz lesen wir, dass Jesus dürstete und er mittels Schwamm seine Lippen mit Essig benetzt bekam. Als Jesus davon genommen hatte, sagte er: „Es ist vollbracht!“ Dann neigte er den Kopf und starb.

Nüchtern, beinahe emotionslos, schildert uns Johannes das Sterben Jesu. Er zeigt uns dabei einen Jesus, der auch in dem schlimmen Todeskampf noch die Kraft aufbrachte, für andere Menschen zu sorgen. Was für ein Mensch! Die anderen Evangelisten berichten davon, dass die unterm Kreuz Befindlichen mit diesem Staunen in der Stimme bekennen mussten: „Wahrhaftig, er ist doch Gottes Sohn gewesen!“.

Denn es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.

5. Mose 30,14

bible-1867195_400Ich kenne keinen, der ernsthaft behaupten würde, das 5. Buch Mose gehörte zu seinen biblischen Lieblingsbüchern. Selbst treue Bibelleser geben zu, dass es mit einiger Mühe verbunden ist, sich durch diese Literatur zu arbeiten.

Dennoch haben es einige Passagen zu einiger Bekanntheit gebracht. Natürlich allem voran die erneute Nennung der 10 Gebote, dann das „Höre Israel“, ein bemerkenswertes Glaubensbekenntnis, dem der oft zitierte Satz „wenn dein Sohn dich morgen fragen wird …“ entstammt.

Dann aber: kapitelweise Rechtstexte, Alltagsgebote, Ordnungsverfügungen. Eine Abbildung des Lebens und notwendiger Regelungen, damit dies gelingen kann. Israel ist dabei nicht das einzige Land, dass solchen Rechtsrahmen besitzt. Auch in Nachbarvölkern bilden sich Rechtskonstruktionen heraus oder sind längst etabliert. Vergleicht man diese Rechtstexte findet man viel Paralleles, dennoch hat das alttestamentliche Gesetz ein Alleinstellungsmerkmal: es kennt keine Bestrafung. Damit geht es weit über andere Rechtsverfügungen hinaus. Das jüdische Recht traut seinen Bürgern zu, eigenverantwortlich, solidarisch miteinander und fair im Umgang mit Gegnern zu sein.