Und der auf dem Thron saß, sprach:
Siehe, ich mache alles neu!
Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende.
Wer überwindet, der wird dies ererben,
und ich werde sein Gott sein und er wird mein Kind sein.

Leonore Fritsche wurde am 5. März 1922 als neuntes Kind ihrer gläubigen Eltern Nikolaus und Maria Ochsner im rumänischen Mangalia geboren.

1934, als 13jährgie, wurde sie getauft, und seitdem lebte sie engagiert als Christin und bezeugte immer ihren Glauben und auch ihre Auferstehungshoffnung.

Sie absolvierte vor dem Krieg eine Ausbildung am Baptistenseminar in Bukarest.

Nach dem Hitler-Stalin-Pakt, der für alle Deutschstämmigen Zwangsumsiedlung aus Rumänien bedeute, kam die Familie 1942 zunächst nach Österreich, dann nach Polen.

Aus Lagerhaft und Zwangsarbeit gelang Lore gemeinsam mit ihrer ältesten Schwester Victoria Hördt die Flucht bis nach Stuttgart. Bald kamen die Schwestern nach Zuffenhausen und gehörten schließlich 1958 zu den Gründungsmitgliedern unserer Gemeinde.

In Stuttgart lernte sie ihren Mann Hans Fritsche kennen, 1951 heiratete das Paar. 1954 erblickte ihr Sohn das Licht der Welt.

Im Alter von 49 Jahren, Ende der 60er, erkrankte Lores Mann an Parkinson. Aufgrund der Umstände dieser Erkrankung zogen sie nach Bietigheim, und Lore wurde 1973 Mitglied der dortigen Gemeinde. Die nun folgenden Jahre waren schwere Jahre und von der Pflege ihres Mannes geprägt. 1988 musste Schwester Fritsche ihren Mann loslassen und beerdigen, sie zog nach Zuffenhausen in ihr Haus zurück, in dem auch ihre älteste Schwester lebte, die ebenfalls Mitglied unserer Gemeinde war.

Lore Fritsche war eine Frau mit Herz und Hand und gehörte bald wieder fest zu unserer Gemeinde dazu. Viele Kontakte und ihr beherztes, fröhliches Auftreten sicherten ihr einen festen Platz in unserer Gemeinde. Sie beteiligte sich vielfältig am Gemeindeleben und auch später, als es ihre gesundheitlich nicht mehr so gut ging, war sie immer noch bemüht, Bibelstunden und Gottesdienste miterleben zu können.

In den letzten Jahren zog sich Schwester Fritsche gesundheitsbedingt mehr und mehr vom Leben zurück. Eine fortschreitende Altersdemenz raubte ihr zunehmend Erinnerungen und auch die Kraft, sich am Leben zu beteiligen. 2008 musste sie ihre Wohnung in Zuffenhausen aufgeben und kam ins Seniorenheim nach Korntal. Hier lebte sie nochmals auf. Gottesdienste, Andachten, Freizeit- und Spieleangebote des Hauses nahm sie dankbar an. Es passierte mir nicht nur einmal, dass ich sie besuchen wollte und sie keine Zeit für mich hatte, weil sie gerade mit einem Angebot des Hauses beschäftigt war. Später dann wurde sie schwächer, und die Erkrankung forderte ihr Tribut.

2013 zog sie um in das Pflegeheim nach Eberstadt. Sie fühlte sich wohl, war zufrieden und dankbar, und doch formulierte sie immer auch ihre Sehnsucht nach der ewigen Heimat. Nach kurzer heftiger Erkrankung schlief Schwester Fritsche nun am 27. Februar friedlich und ohne schmerzhafte Leidenszeit ein.

Volker Schmidt