Ein Treffen am 20. Juli in der Zehntscheuer hatte zum Ziel, neue Ehrenamtliche aus dem Stadtteil für die Mitarbeit in den bestehenden Flüchtlingsfreundeskreisen zu gewinnen.

Denn die Herausforderungen sind groß. Mitte bis Ende August werden gleich drei neue Systembauten bezogen. Ein Bau steht neben der schon bestehenden Unterkunft in der Gottfried-Keller-Straße, die beiden anderen hinter Aldi in der Schwieberdinger Straße.

Auch wenn die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner keine „Erstbezüge“ sind – wie es so schön lakonisch in der Behördensprache genannt wird – die Menschen werden dennoch darauf angewiesen sein, dass sich andere um Begegnungen und Beziehungen bemühen, denn nur so wird Integration gelingen. Gerade bereits anerkannte Geflüchtete brauchen Kontakte zu „Einheimischen“, damit Eingliederungsprozesse gelingen. Ghettoisierung widerläuft gelingender Integration.

Wir sind deshalb dankbar, dass unser Diakoniewerk mit der Stelle und Besetzung dieser mit Daria Kraft ein Zeichen gegen den Trend und für integratives Handeln setzt. Dass Daria dies gelingt und sie mit den vielen Erwartungen und Anforderungen gut umgehen kann, dafür wollen wir beten.

In den Freundeskreisen sehen wir als unsere Aufgaben vor allem die weitere Förderung von Sprachkompetenzen, z.B. auch um Bewerbungen zu verfassen, Wohnungsgesuche aufzugeben oder Angebote zu lesen. Ein sehr wichtiges wie ebenso komplexes Thema ist das der Patenschaften. Im Grunde geht es darum, Geflüchtete zu Freunden zu machen, Freundschaften aufzubauen und auf Augenhöhe Beziehungen zu gestalten. Das benötigt nicht nur viel Zeit, sondern Freundschaften und Beziehungen lassen sich auch nicht mehr organisieren. Hier stoßen wir an Grenzen.

Volker Schmidt