Die in Württemberg von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche veranstaltete „Nacht der Freiheit“ am 12. Juni wurde in Zuffenhausen ökumenisch begangen - als Spaziergang quer durch den Stadtbezirk mit vier Stationen, an denen es um Vordenker der Freiheit ging.

Beginn war am frühen Abend die Alte Mühle am Feuerbach. Bezirkskantor Alexander Kuhlo lud zu einem musikalischen Programmpunkt ein, Pfarrer Volkmar Rupp von der ev. Kirche stellte Pfarrer Ludwig Völter vor, der 1851 den ersten Kindergarten in Zuffenhausen gründete. Frauen, die in den Fabriken arbeiteten, sollten ihre Kinder gut betreut wissen. 

In der Johanneskirche stellte Diakon Andreas Wellner von der kath. Kirche stellte Pfarrer Ludwig Klemmersprecht vor, der während der Reformationszeit 40 Jahre lang Pfarrer in Zuffenhausen war - je nach Landesherrn mal lutherisch, mal katholisch, aber immer für seine Gemeinde in Zuffenhausen. 

An der Volksbank stellte Pastor Fritz-Martin Gutbrod vom Christlichen Zentrum Volksmission den Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen vor, der im 19. Jahrhundert zur Solidarität mit der verarmten Landbevölkerung aufrief. Er gründete eine Reihe von Vereinen, die sich für gemeinnützige Entwicklungsprojekte stark machten und schließlich den heute nach ihm benannten Darlehenskassenverein. 

Letzte Station war unter dem Motto „Von Martin Luther bis Martin Luther King“ unser nach dem Pastor und Bürgerrechtler benanntes Gemeindehaus. Hier ging es um die Emanzipation der Afroamerikaner, um Freiheit des Glaubens und des Gewissens.